BER-Misere setzt sich fort

Kommentar von Joachim Fahrun

Passagiere im Terminal 1 des BER (Foto: G. Wicker/FBB)
Passagiere im Terminal 1 des BER (Foto: G. Wicker/FBB)

Die Wahrnehmung vieler Reisender trügt nicht. Obwohl die Bodendienstleister überall in Deutschland händeringend das in der Corona-Krise verlorene Personal suchen, um Flugzeuge zu be- und entladen, Treppen an die Jets zu fahren und die Passagiere einzuchecken, ist die Lage am BER mal wieder schlechter als an anderen Flughäfen.

Das ist zum einen mal wieder einfach Pech. Gerade jetzt laufen nach sieben Jahren die Lizenzen dieser Dienstleister aus. Dass die von Corona ohnehin gebeutelten Unternehmen in dieser unsicheren Lage nicht massenhaft das benötigte Personal einstellen, ist aus ihrer Sicht sogar verständlich. Zum anderen steckt hinter den speziellen Schwierigkeiten am BER mal wieder eine Berlinensie.

Trotz vieler Warnungen wurden mit der Schließung der Flughafens Tegel auch viele der dort tätigen Service-GmbHs liquidiert, die Beschäftigten verloren ihre Jobs. In normalen Zeiten hätten sie sich wohl schnell am neuen BER beworben.

Aber mitten in der Pandemie suchten sich viele andere Jobs. Wo an anderen Flughäfen zum Neustart die Leute einfach wieder aus der Kurzarbeit zurückkehrten, standen die BER-Service-Firmen ohne weite Teile ihrer Belegschaften da.

Hätte man ahnen können. Aber der Vorgang passt ins Bild von Pleiten, Pech und Pannen, das der BER nach einem Jahr abgibt. Kurzfristig ist da wenig zu machen. So wird es noch mindestens ein paar Monate ruckeln am BER.

Mittelfristig kann die öffentliche Flughafengesellschaft aber schon etwas tun und etwa die Abfertigung wieder in eigene Hände nehmen, wie das überall anders in Deutschland üblich ist und für stabilere Abläufe sorgt. Aber solange die Politik in Bund und Ländern den BER nicht nachhaltig vor der Pleite rettet, haben die Manager dafür vermutlich keine Ressourcen frei.

ots Presseportal/Berliner Morgenpost

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