Tor zur Freiheit

Kommentar von Christine Richter

Flughafen Tegel am 8.11.2020

Tegel, wie der Flughafen im Norden Berlins von allen kurz und knapp genannt wurde, war 72 Jahre lang für die Berliner das Tor zur Welt. Mehr noch: Tegel war das Tor zur Freiheit. Dass Tegel etwas Besonderes war, das hat jeder sofort begriffen, der einmal vor Ort ankam oder abfliegen wollte. Kurze Wege vom Bus oder Taxi zum Gate, nur dezentrale Sicherheitskontrollen im Terminal A, alles hübsch übersichtlich.

Vor 24 Jahren, als Berlin, Brandenburg und der Bund beschlossen, einen Hauptstadtflughafen in Schönefeld zu bauen, war klar, dass Tegel schließen würde. Doch Liebgewonnenes aufzugeben, ist gar nicht so einfach. Besonders wenn es sich um einen Flughafen handelt. Rund eine Million Berliner sprachen sich dann auch im Volksbegehren 2017 für den Erhalt von Tegel aus. So wollte zwar eine Mehrheit der Berliner TXL erhalten, aber ihr Wunsch wurde nicht erfüllt.

Der Flughafen Tegel ist nun Geschichte, für alle Menschen, die in der Einflugschneise, in Pankow oder Reinickendorf, wohnen, beginnt eine bessere, eine lärmärmere und gesündere Zeit. Wir Reisenden müssen uns neue Wege zum BER suchen, der schon alleine wegen seiner unrühmlichen Entstehungsgeschichte niemals die Emotionen wecken wird wie Tegel. Aber der BER ist ein schöner Flughafen geworden, der zu Berlin passt. So gilt auch hier: Alles hat seine Zeit. Danke, Tegel – nun ist Zeit für Neues.

ots/Berliner Morgenpost

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