Feuchtigkeitsschäden an Digitalkameras

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modern air
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Feuchtigkeitsschäden an Digitalkameras

Beitragvon modern air » Montag 3. Januar 2011, 22:42

Eigentlich hätte ich ja vorgewarnt sein müssen. Schon einige Jahr zuvor bei einer Salzburg-Besucherterrsassen-Nachtaufnahmen-Aktion setzte feiner Schneeragen ein. Gleich mehrere Spotter die unerschrocken vom feuchtkalten Wetter ihre Kamera dem Wetter aussetzten, bezahlten dies mit vorübergehenden oder dauerhaften Defekten infolge Kriechstromkurzschlüssen in der Kamera.

Nun hatte es auch mich, vorübergehend :shock: ebenso "erwischt". Pünktlich zu der ersten Rushhour in Salzburg ab 7 Uhr morgens, setzte mäßiger bis starker Naßschneefall ein. Obwohl meine Kamera nur eine halbe Stunde Schneeflocken zum schmelzen brachte, funktionierte die Taste für die Bildrückschau an meiner CANON EOS 50D nicht mehr. Ein anschauen der Bilder unmöglich! Schaltete ich die Kamera längere Zeit aus und wieder ein, waren die zuvor aufgenommen Bilder plötzlich sofort, ohne die Bildrückschautaste gedrückt zu haben, wieder sichtbar.
Erst nach mehreren Stunden langsamer Aufwärmung und Austrocknung im Fotorucksack war alles wieder ok. Seufz....

Der allergrößte Feind der aus der feuchten Kälte kommenden Kamera ist eine warme, ebenfalls feuchte Raumluft. Besonders kritisch sind die beiden Treppentürme in Berlin-Tegel :!: :!: :!:
In den beiden Treppentürmen steigt die warme Luft auf der Haupthalle und benachbarten Zugänge und Eingänge wie in einem Kamin auf. Dank der ausdünstungen der Menschen und verdunsteten Feuchtigkeit auf dem Boden herrscht dort beinahe ein Atmosphäre wie im Gewächshaus. Die warme feuchte Luft kondensiert dann sofort auf der noch kalten Kamera aber ganz besonders auf dem Metallkörper des Objektives. Natürlich beschlagen auch die Linsen - ja sogar teilweise innerhalb der Linsen :!: :!: :!:
Wer schon einmal in den subtropischen Ländern war, mit hoher Luftfeuchtigkeit, großer Hitze aber tiefgekühlten Klimaanlagen, der dürfte schon einmal ähnliche Erfahrungen gemacht haben.

Wer kennt gute "Outdoor-Tipps" bei extremen Witterungsverhältnissen?

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Berlinspotter
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Beitragvon Berlinspotter » Dienstag 4. Januar 2011, 10:58

Naja, das war aber zu Analog-Zeiten doch auch so, oder? Sofern man keine abgedichtete Kamera hat, muss man zu diesen Regenschutzhüllen greifen oder das Fotografieren einstellen.

In Leipzig 1.6.2010 beim A380-Pilotentraining waren wir doch aber auch draußen im Regen auf der Bahn?! Meine Sony ist nun nicht abgedichtet, hatte daher immer im Bus gleich mit Tuch wieder alles abgetrocknet. Ist die 50D abgedichtet? Dann sollte leichter Regen ihr eigentlich nichts anhaben.

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Beitragvon beebopp » Dienstag 4. Januar 2011, 19:48

Hallo Matthias,

bekanntlich sind Feuchtigkeit und Sandstaub die größten Feinde von Kameras ;). Daher lohnt es oft den Profifotografen mal über die Schulter zu schauen, was sie so für Lösungen gefunden haben...

Das erste Problem ist relativ schnell gelöst: Bei Regen und Schnee empfiehlt es sich eine Regenschutzhülle zu benutzen. Es gibt günstige Einwegplastikhüllen (, die bestimmt auch nur so viel wert sind) und teure Hüllen aus reißfesten Stoffen. Das sieht man oft bei Übertragungen von Fußballspielen bei strömendem Regen.
So weit man hier noch selbst auf die Idee kommen kann, dass direkte Feuchtigkeit schädlich sein könnte (Elektonik + Wasser = nicht gut :lol:), so wissen nur die wenigsten, wie viele Kameras bzgl. des zweiten beschriebenen Problems schon über den Kamerajordan geschickt wurden ;). Auch hier gibt es eine (bestimmt von vielen) Lösungen...

Nach Beendigung des Fotografierens einfach die Kamera in eine möglichst luftdichte Plastiktüte einwickeln, jedoch die Umgebungsluft nicht gänzlich aus ihr rausdrücken. Danach das Ganze in die Tasche etc. legen und sich langsam erwärmen lassen. Je nach Temperaturdifferenz zwischen Innen und Außen kann das mehrere Stunden dauern, deshalb ist es sinnvoller die Speicherkarte (evtl. auch den Akku) vor dem Einpacken aus der Kamera rauszunehmen. Wem das ganze zu lange dauert, der kann ja mal nach 2-3 Stunden die Plastiktüte leicht öffnen, das Luft hineinkommt, aber die Tasche wieder zuklappen. Desweiteren sie nicht unmittelbar an eine Hitzequelle stellen!
Ich nutze diese Methode schon seit einigen Jahren und hatte noch nie Probleme diesbezüglich. Man kann sich vorher schon Gedanken machen, wo man fotografieren will und zuerst die Fotos im Warmen machen und später die in der Kälte, da in besagter Reihenfolge dieser Effekt nicht entsteht ;).

Übrigens, Leica bspw. weist in der Gebrauchsanweisung seine Kunden auf die Folgen der Kondensation hin und empfiehlt ähnlich wie oben beschrieben vorzugehen. Daran könnten sich andere Hersteller ein Beispiel nehmen und nicht darauf spekulieren, dass die Kamera kaputt geht und man eine neue braucht ;).

In diesem Sinne frohes Schaffen :)

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modern air
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Beitragvon modern air » Dienstag 4. Januar 2011, 20:56

Oliver (Berlinspotter) hat geschrieben:Naja, das war aber zu Analog-Zeiten doch auch so, oder? Sofern man keine abgedichtete Kamera hat, muss man zu diesen Regenschutzhüllen greifen oder das Fotografieren einstellen.

In Leipzig 1.6.2010 beim A380-Pilotentraining waren wir doch aber auch draußen im Regen auf der Bahn?! Meine Sony ist nun nicht abgedichtet, hatte daher immer im Bus gleich mit Tuch wieder alles abgetrocknet. Ist die 50D abgedichtet? Dann sollte leichter Regen ihr eigentlich nichts anhaben.


Zu Zeiten als noch die Kameras weitesgehend mechanisch funktionierten, waren diese der Oberklasse bei jedem Wetter bedenkenlos einsetzbar. Ich kenne Fotografen die zu Reisen nach Nordchina um Dampfzüge bei rund -20°C am Tage aufzunehmen, nur diese alte, aber fast unverwüstliche Technik einsetzten. Das Hauptproblem bei extremer Kälte ist trotzdem die Stromversorgung. Selbst ein noch so nagelneuer frisch aufgeladener Akku macht bei extremen Kältegraden schnell schlapp! Da hilft dann ein Akkuschachtadapter mit hochflexiblen kälteresistenten Leitungen zu dem Akku in der Mantel- oder Hosentasche!

In Leipzig Anfang Juni war es bloß naß aber nicht kalt. Bei Kälte tun selbst die vorhandenen Abdichtungen an Kameratasten und Schaltern nicht mehr die Elastizität besitzen und dichten deshalb schlechter ab! Zusätzlich ziehen sich kalte Gehäuse minimal zusammen, was größere Fugenabstände zufolge hat. Auch könnte die Kälte bewegliche Teile schwergängiger machen was widerum einen erhöhten Stromverbrauch verursacht bei gleichzeitiger Kapazitätsverminderung des Akkus.

Daher am besten die Kamera bei Kälte so kurz wie nötig und so spät wie möglich einsetzen.

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