Der Verkehrsbericht für den Dezember 2025 ist da.
2.004.588 Passagiere, +3,2%
Für 2025 stehen somit 26.050.740 Passagiere auf der Uhr, was einem Zuwachs von +2,3% entspricht.
https://corporate.berlin-airport.de/de/ ... ember.html
Verkehrszahlen und Auslastungen
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Re: Verkehrszahlen und Auslastungen
Dazu nochmal die ADV-Zahlen:
https://www.adv.aero/wp-content/uploads ... zahlen.pdf
https://www.adv.aero/wp-content/uploads ... zahlen.pdf
etwaige Aufnahmen von mir, wenn nicht anders vermerkt, mit Hilfe directupload.eu eingestellt.
Re: Verkehrszahlen und Auslastungen
Danke fürs posten. Erstaunlich, dass erneut der totgeglaubte innerdeutsche Verkehr mit Abstand der größte Wachstumstreiber war, zumindest prozentual. Ich habe mir mal die Passagierzahlen angeschaut und mit dem Vorjahresmonat (in Klammern) verglichen:
FRA: 109.265 (84.174), +29,8%
MUC: 72.550 (65.675), +10,5%
STR: 21.824 (24.230), -9,9%
CGN: 17.544 (18.951), -7,4%
DUS: 13.671 (13.591), +0,6%
SCN 1.389 (1.192), +16,5%
Ein extrem zweigeteiltes Bild.
FRA mit dem absoluten und prozentual größten Wachstum. Man darf davon ausgehen, dass dafür vor allem Condor verantwortlich ist. Hier kamen 3 tägliche Flüge hinzu. Gleichzeitig wurde hier auch vermeldet, dass LH FRA im Vergleich zum WFP 24/25 reduziert hat. Ein weiteres Indiz, dass das Wachstum fast ausschließlich bei Condor gesucht werden kann.
Bei MUC war ich überrascht. Der Lokalverkehr dürfte spätestens mit der vollständigen Eröffnung der VDE8 Ende 2017 zunehmend vom Flugzeug zum ICE gewandert sein. Und seit dem wurde das Bahnangebot stetig ausgebaut. Fuhren anfänglich, also ab Dezember 2017 zum Fahrplanwechsel, drei tägliche Sprinter in Einfachtraktion der ICE3 in unter 4 Stunden von Berlin nach München, wurde dieses Angebot zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember 2025 auf ein stündliches Sprinter-Angebot ausgebaut, mehrheitlich in Doppeltraktion der ICE3. Dazu stündlich die Takt-ICE mit allen Zwischenhalten (Ingolstadt, Bamberg, teilweise Augsburg, Donauwörth, Coburg). Also alle 30 Minuten ein ICE.
Umso erstaunter daher, dass die Fluggastzahlen wieder so stark steigen. Ich würde aber vermuten, dass das so gut wie ausschließlich vom Umsteigeverkehr getrieben wird. Die Bahn ist im Punkt-zu-Punkt-Verkehr zwischen B und M einfach zu stark und schnell, ich erwarte hier kein starkes Wachstum des Luftverkehrs. Demzufolge scheint der Lufthansa-Umsteigeverkehr (wieder) stark zuzunehmen. Interessante Entwicklung, die ich so nicht habe kommen sehen. Wohin steigen die Leute denn um? Nach Asien? Ich hätte erwartet, dass durch den starken Ausbau der Verbindungen von BER nach IST, DOH und DXB weniger Leute mit LH via FRA/MUC fliegen. Afrika? Keine Erklärung für so starkes Wachstum. Nordamerika? Ebenfalls nicht plausibel, woher der plötzliche Schub kommen sollte.
STR und CGN mit teils deutlichen Verlusten. Nach Stuttgart fährt seit dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember ein täglicher ICE-Sprinter in deutlich unter 5 Stunden und damit deutlich schneller als die bisher schnellsten Züge. Das könnte dem Flugverkehr einiges an Passagieren gekostet haben. Die vor wenigen Jahren eingeführten drei täglichen Sprinter nach Köln, die unter 4 Stunden brauchen, dürften ebenfalls ihren Tribut gezollt haben und die nach wie vor sinkenden Passagierzahlen in den Eurowings-Fliegern erklären.
DUS scheint dagegen konstant auf schwachem Niveau zu bleiben.
SCN ist immun gegen die Bahn, da diese hier zeitlich nach wie vor nicht konkurrenzfähig ist. Die schnellsten Züge brauchen hier jenseits der 6 Stunden. Geschäftsreisende aus dem Saarland nehmen hier nach wie vor den Flieger.
FRA: 109.265 (84.174), +29,8%
MUC: 72.550 (65.675), +10,5%
STR: 21.824 (24.230), -9,9%
CGN: 17.544 (18.951), -7,4%
DUS: 13.671 (13.591), +0,6%
SCN 1.389 (1.192), +16,5%
Ein extrem zweigeteiltes Bild.
FRA mit dem absoluten und prozentual größten Wachstum. Man darf davon ausgehen, dass dafür vor allem Condor verantwortlich ist. Hier kamen 3 tägliche Flüge hinzu. Gleichzeitig wurde hier auch vermeldet, dass LH FRA im Vergleich zum WFP 24/25 reduziert hat. Ein weiteres Indiz, dass das Wachstum fast ausschließlich bei Condor gesucht werden kann.
Bei MUC war ich überrascht. Der Lokalverkehr dürfte spätestens mit der vollständigen Eröffnung der VDE8 Ende 2017 zunehmend vom Flugzeug zum ICE gewandert sein. Und seit dem wurde das Bahnangebot stetig ausgebaut. Fuhren anfänglich, also ab Dezember 2017 zum Fahrplanwechsel, drei tägliche Sprinter in Einfachtraktion der ICE3 in unter 4 Stunden von Berlin nach München, wurde dieses Angebot zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember 2025 auf ein stündliches Sprinter-Angebot ausgebaut, mehrheitlich in Doppeltraktion der ICE3. Dazu stündlich die Takt-ICE mit allen Zwischenhalten (Ingolstadt, Bamberg, teilweise Augsburg, Donauwörth, Coburg). Also alle 30 Minuten ein ICE.
Umso erstaunter daher, dass die Fluggastzahlen wieder so stark steigen. Ich würde aber vermuten, dass das so gut wie ausschließlich vom Umsteigeverkehr getrieben wird. Die Bahn ist im Punkt-zu-Punkt-Verkehr zwischen B und M einfach zu stark und schnell, ich erwarte hier kein starkes Wachstum des Luftverkehrs. Demzufolge scheint der Lufthansa-Umsteigeverkehr (wieder) stark zuzunehmen. Interessante Entwicklung, die ich so nicht habe kommen sehen. Wohin steigen die Leute denn um? Nach Asien? Ich hätte erwartet, dass durch den starken Ausbau der Verbindungen von BER nach IST, DOH und DXB weniger Leute mit LH via FRA/MUC fliegen. Afrika? Keine Erklärung für so starkes Wachstum. Nordamerika? Ebenfalls nicht plausibel, woher der plötzliche Schub kommen sollte.
STR und CGN mit teils deutlichen Verlusten. Nach Stuttgart fährt seit dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember ein täglicher ICE-Sprinter in deutlich unter 5 Stunden und damit deutlich schneller als die bisher schnellsten Züge. Das könnte dem Flugverkehr einiges an Passagieren gekostet haben. Die vor wenigen Jahren eingeführten drei täglichen Sprinter nach Köln, die unter 4 Stunden brauchen, dürften ebenfalls ihren Tribut gezollt haben und die nach wie vor sinkenden Passagierzahlen in den Eurowings-Fliegern erklären.
DUS scheint dagegen konstant auf schwachem Niveau zu bleiben.
SCN ist immun gegen die Bahn, da diese hier zeitlich nach wie vor nicht konkurrenzfähig ist. Die schnellsten Züge brauchen hier jenseits der 6 Stunden. Geschäftsreisende aus dem Saarland nehmen hier nach wie vor den Flieger.
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Re: Verkehrszahlen und Auslastungen
Da stimme ich zu und rechne aber auch nach CGN wieder mit einer Konsolidierung, da die Deutsche Bahn ob ihrer Zuverlässigkeit selbst mich, der auch gerne Bahn fährt und das auch für ökologisch sinnvoll hält, öfters bei Eurowings nach Flügen Richtung Berlin schauen lässt. Auch wurde meinem Eindruck nach die Bahn Kapazität seit Jahresfahrplan 2025/2026 reduziert wurde. Auch Baustellen, z.B. auf Köln-Wupperschiene-Hagen,verleiden die Zugfahrt.
Es ist schade, dass Easyjet innerdeutsch aufgegeben hat, aber mir ist schon klar, dass dann die LH-Gruppe mit dumping “zurückschießen” würde, wie es ja in anderen Fällen meiner Meinung nach oft der Fall war/ist.
Die steigenden Zahlen nach/über FRA schreibe ich auch der Expansion der Condor zu. Freddie Laker hat immer gesagt, ein günstiger Preis schafft auch einen “untapped market”, führt also zu zusätzlichem Aufkommen. Außerdem ist die Anzahl der gut bezahlten Jobs in und um Berlin in den letzten 2 Jahren, z.B. im Bereich internationaler Fintechs, Consulting und Controlling, erheblich gestiegen, ich kenne einige, vor allem auch aus Asien, diese fliegen oft.
Die konjunkturelle “Delle” macht sich im dienstleisungsorientieren Berlin etwas später in den Pax-Zahlen bemerkbar, daher der langsamere Anstieg im Vergleich zu DUS. Mittelfristig sollten aber Gegenden mit starker Industrieproduktion “leiden”, z.B. Stuttgart, da sich dort der Strukturwandel stärker auswirkt.
Sofern sich die internationale politische Lage nicht weiter verschlechtert, sehe ich da den BER im Vergleich gut aufgestellt.
Mal kieken
p.s.: die verstärkte Orientierung der LH Richtung Nordatlantik könnte sich ob der US-Politik als Nachteil erweisen, da scheint die Kapazität zur Zeit zu groß zu sein- fast täglich gibt es sehr günstige Angebote in die USA.
Es ist schade, dass Easyjet innerdeutsch aufgegeben hat, aber mir ist schon klar, dass dann die LH-Gruppe mit dumping “zurückschießen” würde, wie es ja in anderen Fällen meiner Meinung nach oft der Fall war/ist.
Die steigenden Zahlen nach/über FRA schreibe ich auch der Expansion der Condor zu. Freddie Laker hat immer gesagt, ein günstiger Preis schafft auch einen “untapped market”, führt also zu zusätzlichem Aufkommen. Außerdem ist die Anzahl der gut bezahlten Jobs in und um Berlin in den letzten 2 Jahren, z.B. im Bereich internationaler Fintechs, Consulting und Controlling, erheblich gestiegen, ich kenne einige, vor allem auch aus Asien, diese fliegen oft.
Die konjunkturelle “Delle” macht sich im dienstleisungsorientieren Berlin etwas später in den Pax-Zahlen bemerkbar, daher der langsamere Anstieg im Vergleich zu DUS. Mittelfristig sollten aber Gegenden mit starker Industrieproduktion “leiden”, z.B. Stuttgart, da sich dort der Strukturwandel stärker auswirkt.
Sofern sich die internationale politische Lage nicht weiter verschlechtert, sehe ich da den BER im Vergleich gut aufgestellt.
Mal kieken
p.s.: die verstärkte Orientierung der LH Richtung Nordatlantik könnte sich ob der US-Politik als Nachteil erweisen, da scheint die Kapazität zur Zeit zu groß zu sein- fast täglich gibt es sehr günstige Angebote in die USA.
etwaige Aufnahmen von mir, wenn nicht anders vermerkt, mit Hilfe directupload.eu eingestellt.