Die Geschichte des Berliner Flughafen-Ensembles

Seit Oktober 2020 ist nur der BER für die Anbindung der Region Berlin-Brandenburg an die Welt verantwortlich. Zuvor stemmten dies Schönefeld, Tegel und Tempelhof

Flughafen Berlin Brandenburg BER; Erstflug der US-amerikanischen Fluggesellschaft Delta Air Lines von Berlin, Flughafen BER, nach New York, Flughafen JFK, am 26.05.2023

Seit Oktober 2020 ist für den Berliner Luftverkehr nur ein Airport – der Flughafen Berlin-Brandenburg „Willy Brandt“ BER , verantwortlich. Die anderen Flughäfen Tempelhof, Schönefeld und Tegel sind nicht mehr in Betrieb und fertigen das Passagieraufkommen im Großraum Berlin nicht mehr ab. Doch wie war die Geschichte der anderen Flughäfen, die „Willy Brandt“ bereits abgelöst hat? 

Flughafen Berlin-Schönefeld (SXF) 

Der einstige DDR-Regierungsflughafen, Flughafen Berlin-Schönefeld, wurde im Jahr 2020 zum Teil (Terminal 5) des neuen Berlin-Brandenburg Flughafens. Und der hat eine lange und glorreiche Geschichte hinter sich. Und die begann im Jahr 1934 noch unter Henschel Flugzeug-Werken AG. Das war ein großes Unternehmen, das sich auf den Flugzeugbau spezialisiert hat. Zwei Jahre später wurde das Unternehmen in Henschel Flugmotorenbau GmbH (HFM) umbenannt. Im Jahr 1934 begann die Henschel Flugzeug-Werken AG das neue Bauprojekt, im Rahmen von dem eine neue Start- und Landebahn errichtet werden sollte. 

Der erste Liniendienst des neuen Flughafens war die Strecke Berlin-Schönefeld zwischen Berlin und Moskau, die im Jahr 1946 gestartet wurde. Ein Jahr darauf wurde sie zu einem neuen zivilen Flughafen, Berlin-Schönefeld, ausgebaut. In den 1960er Jahren ist die Zahl der internationalen Flüge vom neuen Flughafen gestiegen, und so wurde Berlin-Schönefeld zu einem Zentral- und Regierungsflughafen der DDR. Da die Anzahl der Fluggäste rasant gestiegen ist, hat man in 1976-1985 den Flughafen noch um drei Abfertigungen erweitert. 

Eine Boeing 737-800 der Norwegian am Flughafen Schönefeld (© O. Pritzkow)
Eine Boeing 737-800 der Norwegian am Flughafen Schönefeld (© O. Pritzkow)

Im Jahr 1993 wurde eine der drei Abfertigungen zum Terminal A ausgebaut. Bis der neue Willy Brandt Flughafen gebaut und eröffnet wurde, fungierte Berlin-Schönefeld zusammen mit Tegel als einer der größten deutschen Flughafen mit den höchsten Passagierzahlen. Über mehrere Jahre hinweg war Berlin-Schönefeld Basis für mehrere Billigfluggesellschaften wie zum Beispiel die Low-Cost-Fluglinie aus England easyJet und deutsche Billigflug-Gesellschaft Germanwings. 

Deswegen blieb Berlin-Schönefeld trotz der Konkurrent zu Tegel bis zum Schluss ein Besuchermagnet. Im Jahr 2016 lag die jährliche Fluggastzahl mehr als 10 Millionen pro Jahr, und ein Jahr später erreichte die Fluggastzahl Rekordwert von über 12,5 Millionen Passagieren pro Jahr. Seit Corona wird das ehemalige Gebäude des Flughafens nicht mehr als Flughafen bzw. Teil des neuen Berlin-Brandenburg Flughafens genutzt. Teile des Flughafens wurden als Impfzentrum und Notunterkunft für ukrainische Flüchtlinge genutzt. 

Flughafen Berlin Tempelhof (THF)

Eröffnet im Jahr 1923 zur Zeit des Nationalsozialismus, war der Tempelhofer Flughafen eines der ersten deutschen Flughäfen. Zuerst hat man eine relativ kleine Flughafen-Anlage bauen lassen. Unter Adolf Hitler hat der Architekt Ernst Sagebiel aber den grandiosen Neubau, einen pompösen NS-Prachtbau begonnen, der nicht nur das Passagieraufkommen abfertigen, sondern auch die Macht des Nationalsozialismus verkörpern sollte. Die Eröffnung des zwischen 1937 und 1941 erbauten Flughafens war für 1939 geplant, aber sie wurde wegen Mängel an Arbeitskräften verschoben. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Anlage für militärische Zwecke genutzt, sie war ein Militärflugplatz und Rüstungsschmiede. Mit einer unterirdischen Eisenbahntraße und vielen Bauten war Berlin Tempelhof ein großer Komplex. 

SABENA, BAe 146-200 OO-DJE (THF 1994)
SABENA, BAe 146-200 OO-DJE (THF 1994)

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der Flughafen als Militärstützpunkt in der EU Zone benutzt. Seit 1945 und bis 2008 funktionierte Tempelhof wieder als Flughafen. Seit 2008 wird die Anlage von verschiedenen Organisationen angemietet und für verschiedene Projekte genutzt. Unter anderem wurde die Anlage mehrmals zu einer Notunterkunft für Flüchtlinge umfunktioniert. 

Außerdem ist der ehemalige Tempelhofer Flughafen bereits zu einem renommierten Filmset. Hier sind berühmte Filme gedreht worden, die wahrscheinlich nahezu jeder gesehen hat. Auch wenn Sie lieber online live wetten als Blockbuster genießen, haben Sie wahrscheinlich „Die Bourne Verschwörung“ (2004), „Cloud Atlas“ (2012), und „Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 1“ (2014) gesehen. Der Tempelhofer Flughafen war auch eine Filmkulisse für mehrere ZDF-Produktionen, unter anderem „Nacht über Berlin – Der Reichstagsbrand“. 

Flughafen Berlin-Tegel (TXL) 

Flughafen TXL aus der Vogelperspektive 2016 (© FBB)

Einer der größten Flughäfen Deutschlands, Berlin-Tegel, wurde im Jahr 1948 eröffnet. Damals wurden die Landwege nach West-Berlin von der Roten Armee blockiert, und man begann den Bau eines neuen Flughafens für die Versorgung des West-Berlins. Im Jahr 1960 begann der zivile Luftverkehr beim neuen Flughafen, der damals Tegel Nord hieß und den Beinamen Otto Lilienthal hatte. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde Berlin-Tegel einen der Top 5 Flughäfen Deutschlands. Und seit 2020 ist „Otto Lilienthal“ nicht mehr in Betrieb. 

BS/eternal

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