Danke Tegel!

Kommentar von Christine Richter

Flughafen Berlin-Tegel (© O. Pritzkow)
Flughafen Berlin-Tegel (© O. Pritzkow)

Der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg hat am Mittwoch beschlossen, den Flughafen Tegel in Zeiten der Corona-Krise zu schließen. Damit ist der Weg frei für Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup, umgehend zu beantragen, Tegel zum 1. Juni außer Betrieb zu nehmen. Temporär, für zwei Monate, hieß es.

Angesichts des dramatischen Einbruchs des Flugverkehrs und der Millionen-Verluste, die die Flughafengesellschaft derzeit mit Tegel und Schönefeld jeden Monat macht, fehlen ja auch wirklich überzeugende Argumente, warum der Tegel offen bleiben müsste.

Im Juni, so hieß es nach der Gesellschafterversammlung, soll Tegel dann geschlossen werden. Ist der innerstädtische Flughafen dann erst einmal vom Netz, wird er sicherlich nicht noch einmal in Betrieb gehen, wenn nur wenige Monate später, am 31. Oktober, der BER offiziell eröffnet wird.

CDU und AfD protestierten am Mittwoch gegen die Entscheidung, Tegel vom Netz zu nehmen. Aber auch ihnen sind keine echten Argumente mehr eingefallen. Und weil keiner weiß, wie lange die Pandemie andauern wird, wann wieder ein bisschen Normalität ins Reisen oder Fliegen einzieht, muss man jetzt auf die Kosten schauen.

Eigentlich – wie oft benutzt man dieses Wort im Corona-Jahr 2020 – wollte sich Berlin im Herbst mit einem großen Fest von Tegel verabschieden. Nun werden wir das früher, schon im nächsten Monat, tun – ohne großes Fest, aber mit viel Empathie. Danke, Tegel.

ots/morgenpost

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