Corona-Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten

Nach Einschränkungen und Lockdown wurden Grenzen wieder geöffnet. Endlich konnte man einige Tage wieder im Ausland entspannen. Doch nun gestaltet sich die Rückkehr eventuell etwas anders, als erwartet.

Corona-Test am Flughafen (Foto: Airport Nürnberg)

Der Urlaub ist von vielen sehnlichst erwartet worden. Nach Einschränkungen und Lockdown wurden Grenzen wieder geöffnet und endlich konnte der Deutsche einige Tage im Ausland entspannen. Doch nun gestaltet sich die Rückkehr eventuell etwas anders, als erwartet. Insbesondere für Urlauber, die aus Ländern zurückkehren, die als „Risikogebiet“ geführt werden, steht jetzt ein verpflichtender Corona-Test an.

Im Grunde ist eine Reise etwas Wunderbares. Einige Tage oder Wochen dem Alltag entkommen, nicht arbeiten und zusätzlich noch ein anderes Land, die Kultur und die Menschen kennenlernen. Doch immer häufiger haben Urlauber mit unsauberen Hotels, unzuverlässigen Reiseunternehmen oder Flughäfen zu kämpfen, die nicht einmal die einfachsten Standards bieten. So findet man sich schnell an Orten wieder, die als die schlimmsten Flughäfen der Welt gelten. Als Reisender sollte man meinen, für das üblicherweise üppige Budget auch etwas als Gegenwert zu erhalten. Leider ist das nicht immer so.

Zudem gestaltet sich seit Kurzem die Rückkehr schwierig. Denn wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nun umsetzte, gilt eine Corona-Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten. Bezahlt werden muss der Test hingegen nicht selbst. Zudem muss, wer einen solchen Corona-Test verweigert, bis zu 25.000 Euro Strafe zahlen. Diese Testpflicht basiert auf der Grundlage des seit der Corona-Krise geltenden Infektionsschutzgesetz.

Generell müssen sich erst einmal alle testen lassen, die aus einem Risikogebiet nach Deutschland einreisen. Das gilt im Übrigen nicht nur für Urlauber. Auch Personen, die ein Familienmitglied in einem Risikogebiet besucht haben, müssen sich einem solchen Test unterziehen. Als Alternative ist es möglich, sich maximal 48 Stunden vor der Einreise nach Deutschland im Ausland auf eigene Kosten auf Corona testen zu lassen. Wer also aktuell in der Türkei sitzt, kann dies hier für 15 bis etwa 30 Euro vornehmen. Bei Einreise ohne einen solch kurzfristigen Test, muss in Deutschland einer durchgeführt werden. Die ersten drei Tage ist dieser kostenlos.

Um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, wurde in SXF und TXL mehr Platz geschaffen, um Rückkehrern aus Risikogebieten den Test zu ermöglichen. Unabhängig von diesem müssen Urlauber aus entsprechenden Ländern für 14 Tage in Quarantäne. Zumindest so lange, bis ein negativer Test vorliegt. Im Regelfall liegt ein Testergebnis binnen 24 bis 48 Stunden vor. Dieses wird im Übrigen umgehend an das zuständige Gesundheitsamt übermittelt. In den meisten Bundesländern ist es mit einem negativen Ergebnis nicht nötig, in Quarantäne zu verweilen.

Der Grund für diese Testpflicht ist, das die Rate der positiven Tests bei Reiserückkehrern deutlich höher ist, als im Inland selbst. Zudem sind die Tests aus entsprechenden Ländern verpflichtend, da Personen, die sich in den Gebieten aufhalten, unterstellt wird, häufiger die freiwillige Möglichkeit zur Testung meiden, da sie eine „Tendenz zum Risikoverhalten“ haben, sagt Susanne Johna vom Ärzteverband Marburger Bund.

Doch nicht für Flugreisende gilt die Testpflicht. So sind Teststationen neben den Flughäfen auch an Grenzübergängen für Bahnreisende sowie Autofahrern bereitgestellt. In Bayern etwa gibt es Kontrollen im Zug an den Grenzübergängen. Auch an den Hauptbahnhöfen München und Nürnberg sind Teststationen im Einsatz. In Berlin findet sich ebenfalls eine Corona-Teststation am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB). Gesetzlich als auch privat Versicherte müssen bis zu 72 Stunden nach der Einreise nichts für den Test bezahlen.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.