Buchbesprechung: Der Flughafen Tegel

Die Geschichte einer Legende in Bildern – eine Rezension von O. Pritzkow

Buchcover "Der Flughafe Tegel"
Buchcover „Der Flughafe Tegel“

Gut 1,5 Jahre nach Schließung ist mit „Der Flughafen Tegel – Die Geschichte einer Legende in Bildern“ ein weiteres Erinnerungswerk erschienen. Autor Kai Ortel dokumentiert mit rund 200 Fotos die bewegte Geschichte des einst wichtigsten Berliner Airports. Für das Vorwort konnte ehemalige Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen gewonnen werden.

Ganz klassisch arbeitet er die Entstehung des Flughafens chronologisch auf; beginnend mit den „Narren von Tegel“. Also jener Zeit, als das Gelände für Schießübungen und später dem dem Luftschiffer-Batallion sowie als Raketentestgelände diente.

Die nächsten Kapitel widmen sich dem Bau des Flughafens Tegel während der Berliner Luftbrücke, wobei ein Seitenblick auch auf Tempelhof geworfen wird. Dessen zivile Rolle übernahm Tegel 1974 als es dort immer enger und durch die neuen Düsenjets auch immer lauter wurde. Gerade aus den Anfangsjahren sind hier faszinierende Fotos u. a. mit nie genutzten Transitübergängen zu entdecken. Der Text dreht sich vor allem um architektonische Details wie beispielsweise das immer wieder auftauchende Sechseck.

Mit der Wende begann die Hängepartie für Tegel, denn Berlin, Brandenburg und der Bund schossen sich schnell darauf ein, einen neuen gemeinsamen Großflughafen bauen zu wollen. Passend dazu trägt das Kapitel dazu den Namen „Hauptstadt Airport auf Abruf“. Angerundet wird der Beitrag mit zahlreichen Fotos der neuen Airlines, die nun in TXL anzutreffen waren. Doch wie man weiß, zog sich die Standortentscheidung und auch der Baubeginn des anfangs BBI lautenden Flughafens südlich von Schönefeld hin. Doch der Verkehr in Tegel wuchs und wuchs. Somit wurde der Airport zum „Großflughafen wider Willen“ (Kapitel 6), bis schließlich der letzte Tag nahte und Tegel für immer schloss.

Fazit

Das Buch von Kai Ortel machte auf mich einen soliden Eindruck und kann empfohlen werden. Eine Erwähnung der lebendigen Planespotter-Szene hätte sicher auch noch gut getan – noch dazu, weil im Vorfeld Kontakte zwecks Fotos aufgebaut wurden. Die Fotos im Buch stammen von zumindest mir unbekannten Fotografen sowie aus der Preseabteilung und dem Bezirksamt Reinickendorf. Gerade letztere lassen leider zu wünschen übrig, da sie flau und matschig wirken. Da hätten Planespotter sicher bessere Aufnahmen beisteuern können.

Das Buch ist im Sutton Verlag erschienen, kostet knapp 30 EUR und kann beispielsweise bei Thalia oder Amazon bestellt werden

O. Pritzkow/Berlinspotter.de

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