BER: Wirkprinzipprüfung gestartet

Aufsichtsrat sieht Inbetriebnahme-Termin bestätigt

BER-Terminal aus der Luft (© G. Wicker, FBB)

BER-Terminal aus der Luft (© G. Wicker, FBB)

Anlässlich der Ende Juli gestarteten Wirkprinzipprüfung am Terminal 1 des BER hat sich der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft am Montag (5.8.2019) zu einer zusätzlichen Sitzung getroffen. Die Geschäftsführung der Flughafengesellschaft und der TÜV Rheinland schilderten dem Aufsichtsrat, wie in den letzten Monaten durch die Fertigstellung und TÜV-Abnahme aller sicherheitsrelevanten Gewerke die Voraussetzungen für die Wirkprinziprüfung geschaffen wurden. Außerdem wurde der Ablauf der Tests und der Prüfszenarien für die kommenden Wochen vorgestellt und erläutert.

Rainer Bretschneider, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH: „Der Beginn der Wirkprinzipprüfung ist ein zentraler Meilenstein auf dem Weg zur Inbetriebnahme. Die Baufertigstellung der brandschutzrelevanten Anlagen war über Jahre das bestimmende Thema in unseren Sitzungen. Dass der TÜV Rheinland nach der Prüfung aller einzelnen Anlagen jetzt die übergreifende Wirkprinzipprüfung begonnen hat, ist im Aufsichtsrat sehr begrüßt worden. Jetzt geht es darum, in den Anstrengungen nicht nachzulassen, um auch die weiteren Aufgaben bis zur Eröffnung erfolgreich zu bewältigen.“

Prof. Dr.-Ing. Engelbert Lütke Daldrup, Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH: „Die Wirkprinzipprüfung ist das Ziel, auf das wir seit Jahren hingearbeitet haben. Wir konnten die zahlreichen Probleme beim Brandschutz lösen und sind dabei in unserem Zeitrahmen geblieben. Wichtige Meilensteine, an denen wir alle hart gearbeitet haben, sind damit geschafft. Das zeigt, der Eröffnungstermin ist verlässlich und belastbar.“

Bretschneider: „Bin sicherer denn je, dass BER im Oktober 2020 eröffnet“

Der Aufsichtsratschef der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg, Rainer Bretschneider (SPD), hat sich optimistisch gezeigt, dass der BER im Herbst 2020 eröffnen kann.

Bretschneider sagte am Dienstag im Inforadio vom rbb: „Wir sind auf gutem Wege. Ich glaube, wir haben die Kurve wirklich gekriegt.“ Mit den Wirkprinzipprüfungen, die gerade begonnen haben, sei ein wichtiger Meilenstein erreicht. Allerdings könne man noch nicht von Entspannung sprechen, so Bretschneider. Es seien noch viele Aufgaben zu erledigen.

Rainer Bretschneider (© O. Pritzkow)

Rainer Bretschneider (© O. Pritzkow)

„Es gibt nach den Sicherheitsprüfungen, die TÜV und Bauordnungsamt machen, eine Fülle von praktischen Sachen, die auch funktionieren müssen“, erklärte der Aufsichtsratschef. „Die Leitungen für die Gepäckanlagen müssen funktionieren, die Zuweisungen für die Wege auf dem Flughafen müssen funktionieren.“ Deswegen müsse die Flughafengesellschaft angespannt und konzentriert in die nächsten Monate gehen, so Bretscheider. „Wir brauchen die Zeit bis zum Oktober 2020, aber wir werden sie nutzen und wir werden dann auch fertig.“

Der Fraktionschef der CDU im Brandenburger Landtag, Ingo Senftleben, zeigte sich dagegen weniger optimistisch. Er sagte ebenfalls am Dienstag im Inforadio: „Das Schwierige dabei ist, dass seit 2012 […] vor jeder Wahl gesagt wurde […], der Flughafen wird nach der jeweiligen Wahl eröffnen.“ Am Ende sei die Eröffnung dann aber doch verschoben worden. „Und deswegen kann ich diesen Optimismus momentan nicht teilen“, so Senfleben.

Er werde sich nach der Landtagswahl am 1. September dafür einsetzen, dass ein Sonderermittler die Faktenlage am BER prüft, erklärte der CDU-Fraktionschef. „Denn glauben kann ich den Aussagen – leider Gottes -nach vielen Jahren des Vertröstens nicht mehr so wirklich“, so Senftleben. Es sei zum Beispiel fraglich, ob die Dübel für die Kabeltrassen und die dazugehörigen Verlegungsarbeiten am BER tatsächlich funktionieren. „Ich habe einfach das Gefühl, dass ein bisschen versucht wird, vor einer nicht unwichtigen Landtagswahl, die Öffentlichkeit zu beruhigen.“

Berlinspotter.de mit FBB, rbb

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