BER-Betreiber ist 550 Mio wert

Bis 2026 benötigt die Flughafengesellschaft FBB weitere 700 Millionen Euro. Ob die Gesellschafter die Summe zur Verfügung stellen, ist noch unklar.

Eurowings am Flughafen Berlin Brandenburg BER (Foto: FBB)
Eurowings am Flughafen Berlin Brandenburg BER (Foto: FBB)

Die Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg (FBB), die den BER betreibt, ist nach Informationen von rbb24 Recherche rund 550 Millionen Euro wert. Das ergibt sich aus dem Beihilfebeschluss der EU-Kommission, der dem rbb vorliegt. Die Kommission hatte Anfang Februar einer staatliche Kapitalspritze in Höhe von 1,7 Milliarden Euro zugestimmt, um Corona-bedingte Verluste auszugleichen und die Insolvenz der FBB zu verhindern. Der Bau des neuen BER hat rund 6 Milliarden Euro gekostet.

Aus dem Dokument geht hervor, dass die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte den Wert des Unternehmens nach der sogenannten „discounted future cash flow“-Methode ermittelt hat. Die FBB war demnach per 31.12.2021 4,442 Milliarden Euro wert (enterprise value). Abzüglich der ermittelten Netto-Schulden in Höhe von 3,893 Milliarden Euro bleiben etwa 550 Millionen Euro (equity value) übrig.

Bis 2026 benötigt die FBB nach eigenen Angaben neben den 1,7 Milliarden Euro weitere 700 Millionen Euro. Ob die Gesellschafter die fehlenden Summe auch noch zur Verfügung stellen werden, ist derzeit unklar. Das Unternehmen hat aktuell kaum eine Chance, auf dem Kapitalmarkt neue Kredite zu erhalten.

Die FBB rechnet damit, dass sich die finanzielle Situation des Unternehmens mit steigenden Fluggastzahlen verbessert. Zugleich fordern easyJet und Ryanair jetzt jedoch Gebührensenkungen für einen nachhaltigen Flugbetrieb. Auf Anfrage von rbb24 Recherche teilte easyJet mit: „In einer Zeit, in der die Luftfahrtindustrie beginnt, sich von der Pandemie zu erholen, sollten Flughafenentgelte die wirtschaftliche Erholung und den effizienten Flugbetrieb ermöglichen und fördern.“ Zuvor hatte schon Andreas Gruber, Deutschland-Chef von Ryanair, in der Berliner Zeitung erklärt, dass er noch Spielraum bei der „Entgeltordnung am BER“ sehe. In Berlin werde zu wenig dafür getan, um dem Flugverkehr aus der Krise zu helfen.

rbb24/ots Presseportal

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